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Wetternews vom 06.09.2026


Rhein bei Kaub fällt weiter: Frachter nur teilbeladen

Der Rhein kommt nicht zur Ruhe. Am Pegel Kaub standen am Samstagmorgen nur noch 42 Zentimeter, Tendenz weiter fallend. Mitte August waren es zeitweise sechs Zentimeter - der tiefste Wert der gesamten Messreihe. Der kräftige Regen der vergangenen Tage fiel ausgerechnet im Norden und damit weitgehend am Einzugsgebiet des Stroms vorbei.

Kaub: 42 Zentimeter und weiter fallend

Zu Wochenbeginn zeigte der Pegel Kaub noch 73 Zentimeter, am Mittwoch 59, am Samstagmorgen um 5 Uhr waren es 42 Zentimeter bei fallender Tendenz. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde und die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung erwarten bis Anfang kommender Woche Werte unter 40 Zentimetern. Zum Vergleich: Für eine volle Abladung brauchen große Frachter an dieser Engstelle zwischen St. Goar und Mainz rund 150 Zentimeter. Der tiefste Wert vor diesem Jahr lag bei 25 Zentimetern im Oktober 2018 - Mitte August wurden sechs Zentimeter gemessen.

Regen erst ab Mittwoch - und dann zu kurz

Bis Montag bleibt es im Süden und Südwesten sommerlich warm mit 26 bis 32 Grad. Die Regenfronten der vergangenen Tage trafen die Nordhälfte und damit nicht die Zuflüsse aus Alpen, Schwarzwald und Schweiz, die den Rhein speisen. Ab Mittwoch dreht die Wetterlage: Eine Kaltfront drückt die Temperaturen auf 17 bis 22 Grad, dazu gibt es verbreitet Schauer, im Bergland und am Alpenrand auch länger anhaltenden Regen, oberhalb von etwa 1500 bis 2000 Metern fällt Schnee. Für die Pegel ist das ein Strohfeuer - die leeren Speicher füllen sich erst im Winterhalbjahr.

Chemie und Logistik unter Druck

Die Folgen reichen weit über die Uferböschung hinaus. Covestro rief am Standort Dormagen für ausgewählte Produkte höhere Gewalt aus, weil Rohstoffe fehlten. BASF wickelt am Stammsitz Ludwigshafen nach Reuters-Angaben rund 40 Prozent der Warentransporte über das Wasser und räumte Engpässe bei einzelnen Lieferungen ein. Auf den nördlichen Rheinabschnitten fahren Schiffe teils nur mit einem Bruchteil ihrer üblichen Ladung, die Frachtraten zwischen Karlsruhe und Rotterdam erreichten Rekordwerte. Die ING-Bank beziffert den Dämpfer für das deutsche Wirtschaftswachstum auf bis zu 0,3 Prozentpunkte.


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