Sie sind selten, aber spektakulär: Die Tauriden schicken im November immer wieder grell leuchtende Feuerkugeln über den Himmel. Die Südlichen Tauriden hatten in der vergangenen Nacht ihren Höhepunkt, die Nördlichen folgen in der Nacht zum 12. November. Der Mond stört kaum, doch Nebel und Hochnebel decken vielerorts den Himmel ab. Wo man jetzt die besten Chancen hat.
Wenige Sternschnuppen, dafür besonders helle
Die Tauriden gehen auf Staub und Gesteinsbrocken des Kometen Encke zurück, durch dessen Spur die Erde jeden Herbst wochenlang zieht. Benannt sind sie nach dem Sternbild Stier, ihre Leuchtspuren können aber überall am Himmel auftauchen. Selbst unter idealen Bedingungen sind laut Sonntagsblatt bei beiden Zweigen nur etwa fünf Sternschnuppen pro Stunde zu erwarten. Das Besondere sind die Feuerkugeln: Die Teilchen treten vergleichsweise langsam in die Atmosphäre ein, einzelne leuchten dabei hell auf und ziehen lange Spuren. Am günstigsten ist der späte Abend bis um Mitternacht, wenn der Stier hoch am Himmel steht. Der Neumond am 9. November sorgt zudem für einen dunklen Himmel.
Hochnebel ist der größte Gegner
Das Hochdruckwetter der vergangenen Tage hilft den Sternguckern nur bedingt. Bis zum Wochenende bleibt es trocken, nachts gibt es leichten Frost, doch in den Niederungen bilden sich immer wieder Nebel und Hochnebel. Am Samstag ist es besonders im Süden und Südwesten oft bedeckt oder lange neblig-trüb, teils fällt Sprühregen. Größere Lücken gibt es am ehesten von der Ostsee bis zum Erzgebirge. Auch in der Nacht zum Sonntag ist der Himmel nur im Osten stellenweise klar, dort sinken die Temperaturen bis minus 3 Grad. Wer im Westen oder Süden wohnt, sollte sein Glück in den Mittelgebirgen versuchen: Oberhalb der Nebelschicht ist der Himmel oft frei.
Zum Nordmaximum wird es unbeständig
Für das Maximum der Nördlichen Tauriden in der Nacht vom 11. auf den 12. November sieht es dagegen schlecht aus. Schon in der Nacht zum Montag zieht im äußersten Südwesten kräftiger Regen auf, der sich am Montag nach Norden ausbreitet. Danach rechnen wir mit unbeständigem, eher mildem Wetter mit vielen Wolken und immer wieder etwas Regen. Kurze Aufklarungen sind möglich, verlässliche Sternennächte aber nicht. Die nächste Chance bieten die Leoniden mit ihrem Höhepunkt in der Nacht vom 17. auf den 18. November und bis zu 15 Meteoren pro Stunde. Für die Beobachtung reicht das bloße Auge. Wichtig sind ein dunkler Ort, warme Kleidung und 15 bis 20 Minuten Zeit, damit sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnen.