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Wetternews vom 27.10.2026


Dürre im Süden: Wintersaat keimt zögerlich, Regen bleibt aus

Zwei Sturmtiefs und viel Regen in den Staulagen, trotzdem gibt es keine Entwarnung: Auf vielen Äckern im Süden und Osten Deutschlands reicht die Dürre bis tief in den Boden. Wintergetreide und Raps sind vielerorts nur zögerlich aufgelaufen. Und nach einem milden Dienstag setzt sich bis in den November hinein wieder trockenes Hochdruckwetter durch.

Bis 1,80 Meter ausgetrocknet

Nach dem Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (Stand 21. Oktober) ist der Boden in der gesamten Südhälfte unterhalb einer Linie von Rheinland-Pfalz bis Südthüringen bis 1,80 Meter Tiefe ausgetrocknet. Der Monitor stuft das dort als 50-jährliche Dürre ein. Ähnlich trocken ist es in Teilen von Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Nordsachsen und dem Südosten Mecklenburg-Vorpommerns. Laut Dürreradar (Stand 24. Oktober) befinden sich 265 von 400 Landkreisen in einer Dürre, 181 davon in einer extremen oder außergewöhnlichen. Am stärksten betroffen sind Aichach-Friedberg, der Alb-Donau-Kreis und Altötting.

Saat im Staub, Raps unter Druck

Viele Betriebe mussten Weizen, Gerste und Raps in diesem Herbst buchstäblich in den Staub säen. Wie das Fachportal agrarheute berichtet, fehlte den Körnern der Kontakt zu feuchter Erde, sie keimten verzögert und ungleichmäßig. Beim Raps kommt hoher Druck durch den Rapserdfloh hinzu. Der Regen der Sturmtiefs Luise und Manja hilft zwar an der Oberfläche, feuchtet nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes aber nur die oberen 10 bis 30 Zentimeter an. Darunter bleibt es trocken, und genau dort müssen die jungen Wurzeln im Winter und Frühjahr Wasser finden.

Hochdruck bis in den November

Am Dienstag wird es mit Südwestwind noch einmal sehr mild mit 14 bis 19 Grad, am Oberrhein und in der Pfalz örtlich mit 20 oder 21 Grad. Am Mittwoch bringt eine Kaltfront Wolken und nur einzelne Schauer bei 9 bis 15 Grad. Ab Donnerstag übernimmt ein blockierendes Hoch über Westeuropa das Kommando. Nebel und Hochnebel werden zäher, in klaren Nächten sinken die Werte im Süden örtlich auf 0 Grad. Nennenswerter Regen ist bis Anfang November nicht in Sicht. Für die tiefen Bodenschichten bräuchte es dagegen über Monate wiederholt ergiebige Niederschläge.


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