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Wetternews vom 28.08.2026


Rhein nach Rekordtief: Schifffahrt bleibt stark gebremst

Am 17. August fiel der Pegel Kaub auf fünf Zentimeter – so wenig Wasser hat der Rhein an dieser Schlüsselstelle noch nie geführt. Seither hat sich der Fluss ein Stück erholt, von Normalbetrieb ist er aber weit entfernt. Auch der Gewitterregen der vergangenen Tage bringt nur wenige Zentimeter – und der fällt größtenteils an der falschen Stelle.

Fünf Zentimeter – Tiefstwert seit Messbeginn

Am Morgen des 17. August zeigte der Pegel Kaub am Mittelrhein nur noch fünf Zentimeter. Der bisherige Tiefstwert der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung lag bei 25 Zentimetern vom 22. Oktober 2018, beobachtet wird an dieser Stelle seit dem 19. Jahrhundert. An acht Messstellen am Rhein wurden damals Werte unter zehn Zentimetern registriert. Frachter fuhren zeitweise mit rund einem Fünftel ihrer üblichen Ladung, die Frachtraten zwischen Karlsruhe und Rotterdam erreichten ein Allzeithoch. Lanxess stellte den Betrieb in Krefeld-Uerdingen vorübergehend still, Covestro erklärte für Dormagen höhere Gewalt.

Der Pegel steigt – aber längst nicht genug

Am Freitagmorgen stand Kaub bei rund 60 Zentimetern, am Donnerstagabend waren es kurzzeitig nur 57. Zum Vergleich: Der gleichwertige Wasserstand, an dem sich die nutzbare Fahrrinnentiefe orientiert, liegt bei 77 Zentimetern. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde erwartet bis Dienstag einen langsamen Anstieg auf etwa 70 Zentimeter. Am Wochenende strömt kühlere Meeresluft ein, es bleibt wechselhaft und windig bei 20 bis 25 Grad, örtlich 27 Grad. Die Schauer sind aber kurz und kleinräumig, und auf ausgedörrten Böden läuft solches Wasser rasch ab, statt zu versickern.

Der Nachschub aus den Alpen fehlt

Im Spätsommer lebt der Rhein von dem, was die Alpen zwischenspeichern – und dieser Speicher ist weitgehend leer. Der Bodensee sank am 13. August in Konstanz auf 275 Zentimeter. Das ist nach Angaben der LUBW der niedrigste je für dieses Datum gemessene Wert seit 1850 und rund 129 Zentimeter unter dem langjährigen Mittel, der bisherige Rekord von 326 Zentimetern aus dem Jahr 2022 wurde deutlich unterboten. Schneearme Winter, ausbleibender Regen und hohe Verdunstung wirken zusammen. Entspannung bringt erst ergiebiger Landregen über Alpen, Schwarzwald und Vogesen – und der ist bis weit in die kommende Woche nicht in Sicht.


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