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Wetternews vom 29.10.2026


Rekord-Springflut in Miami: Straßen ohne Hurrikan überflutet

Kein Hurrikan, kein Tropensturm, und trotzdem stand in Miami und Fort Lauderdale das Meerwasser auf den Straßen. Eine extreme Springflut hat Südflorida am Dienstag Pegelstände gebracht, wie man sie dort sonst nur von großen Wirbelstürmen kennt. Am Pegel Virginia Key in Miami war es der höchste Wasserstand ohne Hurrikan seit Messbeginn 1994.

Höchster Stand ohne Hurrikan seit 1994

Nach Angaben des US-Wetterdienstes NWS stieg das Wasser am 27. Oktober in Miami und Fort Lauderdale rund 76 Zentimeter über das übliche Hochwasser. Das gilt dort als schwere Küstenüberflutung. Am Pegel Virginia Key wurden vorläufig 77 Zentimeter gemessen, höher stand das Wasser dort nur bei den Hurrikanen Irma 2017 und Wilma 2005. Port Everglades meldete den höchsten Stand seit Inbetriebnahme 2018. In Miami Beach wurde die North Bay Road gesperrt, in Fort Lauderdale die Las-Olas-Brücke. Die Feuerwehr holte dort Menschen aus überfluteten Häusern.

Vollmond, Ostwind und steigender Meeresspiegel

Hinter der Flut stecken mehrere Faktoren zugleich. Rund um den Vollmond waren die herbstlichen Springtiden ohnehin besonders hoch. Dazu wehte zwischen einem Tief bei den Bahamas und einem Hoch über dem Nordosten der USA tagelang kräftiger auflandiger Wind mit Böen über 60 km/h und drückte Wasser in Kanäle und Buchten. Laut Miami Herald wurden drei Sperrwerke an Kanälen im Raum Miami überströmt. Dazu kommt der Langfristtrend: In Miami liegt der Meeresspiegel heute rund 20 Zentimeter höher als 1994. Brian McNoldy von der University of Miami sprach von der höchsten King Tide, die es dort je gegeben habe.

Langsame Entspannung, ruhiges Wetter bei uns

Das Tief zieht nun aufs offene Meer hinaus und schwächt sich ab. Die Pegel sinken aber nur langsam, bei Flut ist bis zum Wochenende weiter mäßiges Küstenhochwasser möglich. Das National Hurricane Center erwartet in den nächsten sieben Tagen keine tropischen Wirbelstürme. In Deutschland bleibt es dagegen ruhig. Unter Hochdruck bildet sich in der Mitte und im Süden immer wieder dichter Nebel mit Sichtweiten unter 150 Metern. In der Nacht zum Freitag gibt es im Süden leichten Frost bis minus 2 Grad. Markante Wettergefahren erwarten wir bis zum kommenden Dienstag nicht.


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