Wer die tiefe Mondfinsternis am Freitagmorgen sehen will, braucht zwei Dinge: einen Wecker vor vier Uhr und eine Lücke in den Wolken. Um 6:12 Uhr liegen fast 94 Prozent der Mondscheibe im Erdschatten - doch da hängt der Mond schon knapp über dem Horizont. Und über dem Westen Deutschlands ziehen in der Nacht kräftige Gewitter auf.
94 Prozent im Erdschatten - und tief im Südwesten
Der Mond taucht am Freitag um 3:23 Uhr in den Halbschatten der Erde ein, ab 4:34 Uhr knabbert der Kernschatten sichtbar an der Scheibe. Das Maximum um 6:12 Uhr erwischt man in Deutschland allerdings kaum noch: Der Mond steht dann sehr tief im Westen bis Südwesten, in Berlin geht er bereits um 6:17 Uhr unter, in Köln erst um 6:47 Uhr. Dazu hellt die Morgendämmerung den Himmel längst auf. Zu sehen ist also vor allem die erste Hälfte, ein deutlich angebissener Vollmond zwischen halb fünf und sechs Uhr. Ein freier Blick nach Westen ist Pflicht.
Sichtprognose: Osten trocken, Westen gewittrig
In der Nacht zum Freitag ziehen von Westen her kräftige Schauer und Gewitter über den Westen und die Mitte, örtlich mit Starkregen. Die Osthälfte bleibt dagegen nur locker bewölkt und trocken, dort sind die Chancen auf freie Sicht am größten. Der Haken: Genau dort verschwindet der Mond am frühesten unter dem Horizont, während der Westen mit der längeren Beobachtungszeit die dicksten Wolken abbekommt. Mild bleibt die Nacht überall mit 14 bis 19 Grad. Wer kann, sucht eine Anhöhe außerhalb der Stadt, denn in der feuchtwarmen Luft trübt Horizontdunst das Bild in den Flussniederungen zusätzlich.
Danach dreht das Wetter auf
Nach der Finsternis wird der Freitag turbulent. Bei 23 bis 31 Grad entwickeln sich vor allem in der Südosthälfte schwere Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturm- bis Orkanböen, das Unwetterpotenzial ist hoch. Am Samstag folgt mit 20 bis 26 Grad eine deutliche Abkühlung, im Norden bleibt es schauerhaft. Für Frühaufsteher lohnt sich die Mühe trotzdem: Die nächste Mondfinsternis im Februar 2027 spielt sich nur im Halbschatten ab und ist mit dem Auge fast nicht zu erkennen, auf eine so tiefe partielle Finsternis wartet man bis zum Januar 2028.