Monatelang blieben die Körbe leer, nach einem der trockensten Sommer seit Messbeginn fanden Sammler in vielen Wäldern kaum einen Steinpilz. Jetzt hat der Herbstregen den Waldboden im Westen und Norden zum ersten Mal richtig durchfeuchtet. Dazu kommt eine milde, neblige Woche. Für Pilzfreunde rückt damit eine späte Saison in der zweiten Oktoberhälfte in Reichweite, allerdings längst nicht überall.
Endlich nasser Waldboden
Tief Felicia hat in der Nacht zum Donnerstag und am Donnerstag kräftig geliefert. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes fielen von der Eifel bis zum Teutoburger Wald binnen zwölf Stunden 20 bis 30 Liter pro Quadratmeter, in Essen-Bredeney sogar 40 Liter. Am Alpenrand kamen bis Freitagnacht 30 bis 40 Liter zusammen, in den Staulagen um 50 Liter. Tief Gabriela legt bis Sonntag vor allem im Norden mit Schauern und Gewittern nach. Das ist wichtig, denn ein einzelner Gewitterguss perlt an ausgedörrtem Boden ab. Erst länger anhaltender Regen dringt dorthin, wo das Pilzgeflecht sitzt.
Zwei Wochen Geduld
Das Myzel im Boden hat die Dürre meist überlebt, ihm fehlte nur das Wasser für Fruchtkörper. Der Vogtländer Pilzexperte Steffen Schmidt nennt als Faustregel rund 50 Liter pro Quadratmeter, die den Waldboden durchtränken müssen, die Pilze folgen dann etwa 14 Tage später. Damit liegt der Höhepunkt eher um den 20. Oktober als an diesem Wochenende. Erste Vorboten gibt es schon: Im Pilz-Ticker Niedersachsen melden Sammler Anfang Oktober Steinpilze aus der Lüneburger Heide und Maronenröhrlinge aus dem Deister. Aus der Colbitz-Letzlinger Heide in Sachsen-Anhalt heißt es dagegen, dort gehe momentan so gar nichts.
Milde Nebelwoche hilft den Pilzen
Das Wetter spielt mit. Nach einem windigen und im Norden schauerreichen Wochenende beruhigt es sich ab Montag. Wir erwarten tagsüber 13 bis 19 Grad, am Rhein örtlich bis 21 Grad, dazu zäher Nebel, der den Boden feucht hält. Die Nächte bringen 2 bis 13 Grad, nur im Süden ist in der Nacht zum Dienstag örtlich leichter Frost möglich. Ab dem 16. Oktober wird es wieder unbeständiger, und das bringt weiteren Regen. Die besten Chancen bieten der Westen, der Norden und das Alpenvorland. Im trockenen Osten und in Teilen Süddeutschlands bleibt es mau. Wichtig: Was man nicht sicher kennt, gehört nicht in die Pfanne. Im Zweifel helfen Pilzsachverständige weiter.