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Wetternews vom 29.08.2026


Weinlese so früh wie nie: Deutschlands Winzer unter Zeitdruck

In Deutschlands Weinbergen läuft die Ernte – und das so früh wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Der heiße und extrem trockene Sommer hat die Trauben in Rekordtempo reifen lassen, seit dieser Woche läuft die Hauptlese. Für die Winzerinnen und Winzer beginnt damit ein Wettlauf gegen Zucker und Säureabbau.

Der früheste Lesestart überhaupt

Schon in der zweiten Augustwoche wurden die ersten Trauben für Federweißen und Sektgrundwein geschnitten, rund eine Woche früher als im Mittel der vergangenen fünf Jahre. Seit Freitag läuft die Hauptlese in großem Stil. "Das war in allen Weinanbaugebieten der früheste Lesestart überhaupt", sagt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut. Ein bis zwei Wochen früher als in den letzten Jahren, rund vier Wochen früher als vor 30 bis 40 Jahren. Manche Betriebe brachen dafür sogar den Urlaub ab, abgeschlossen sein dürfte die Ernte schon im September.

Zu viel Zucker, zu wenig Säure

Der Grund für die Eile liegt in der Hitze: Die Mostgewichte klettern derzeit so schnell, dass aus den Trauben schwere, alkoholreiche Weine würden – gefragt sind am Markt aber leichtere Tropfen. Gleichzeitig baut anhaltende Wärme die Fruchtsäure ab, die deutsche Weine prägt. Und weil fast alle Sorten gleichzeitig reif werden, wird es eine sehr schnelle Lese. Die Trauben sind nach dem trockenen Sommer gesund, aber kleiner und weniger saftig als üblich. Das Deutsche Weininstitut erwartet deshalb eine unterdurchschnittliche Erntemenge, dazu kamen Hagelschäden in der Pfalz, in Baden und Württemberg.

Kühle Nächte helfen den Trauben

Das Wetter spielt in der neuen Woche weitgehend mit. In den Weinbaugebieten im Westen und Südwesten bleibt es bis Mittwoch überwiegend freundlich und meist trocken, die Höchstwerte liegen bei 20 bis 27 Grad. Entscheidend sind die Nächte: Mit 10 bis 16 Grad kühlt es deutlich ab, das bremst den Säureabbau in den Beeren und ist gute Nachricht für die Aromatik. Ab Donnerstag ziehen von Nordwesten Wolken und Regen auf, die Schauer bleiben aber unergiebig. Den ausgedörrten Böden hilft das kaum – für die Lese zählt ohnehin vor allem, dass es trocken bleibt.


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