Nach Südwestengland ist der Westen Deutschlands dran: Sturmtief Luise, das der britische Wetterdienst als Sturm Austen führt, erreicht uns am Freitag. Der Höhepunkt fällt genau in den Feierabend. Vom Rheinland bis ins Emsland sind schwere Sturmböen bis 100 km/h möglich, örtlich sogar mehr. Und das ist erst der Auftakt zu einem stürmischen Wochenende.
Höhepunkt am Freitagabend im Westen
In Großbritannien gilt für Cornwall und Teile Devons bereits eine Amber-Warnung des Met Office für Freitagfrüh mit Böen von 100 bis 115, an exponierten Küsten um 130 km/h. Danach zieht Luise mit einem Kerndruck um 980 hPa über den Ärmelkanal und an der niederländischen Küste entlang zur Deutschen Bucht. Bei uns frischt der Südwestwind im Laufe des Freitags im Westen und Südwesten deutlich auf. Am Abend erwarten wir verbreitet Sturmböen bis 85 km/h, vom Rheinland bis zum Emsland auch schwere Sturmböen um 100 km/h. Lokal sind orkanartige Böen um 110 km/h nicht ausgeschlossen. Im höheren Bergland kann es vereinzelt Orkanböen geben. Wo genau das stärkste Windfeld landet, ist noch nicht ganz sicher. Amtliche Warnungen wird der Deutsche Wetterdienst kurzfristig herausgeben.
Was das für Pendler und Reisende bedeutet
Der Sturm trifft auf den Freitagabendverkehr und auf eine Ferienzeit: In Nordrhein-Westfalen laufen die Herbstferien, in Niedersachsen und Bremen enden sie, dort beginnt am Samstag die Rückreise. Auf Autobahnbrücken und offenen Strecken drohen gefährliche Seitenböen, vor allem für Transporter, Wohnwagen und Motorräder. Nach dem Dürresommer sind viele Bäume geschwächt, abbrechende Äste können Straßen und Bahngleise blockieren. Ob es bei der Bahn zu Einschränkungen kommt, war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt. Wer am Freitagabend unterwegs sein muss, sollte vor der Abfahrt die Verkehrsmeldungen prüfen und Waldwege meiden.
Wochenende bleibt stürmisch
In der Nacht zum Samstag schwächt sich Luise ab und der Wind greift nach Osten über. Am Samstag weht es vor allem in der Nordhälfte und an der See noch stürmisch, auf dem Brocken rechnen wir mit Orkanböen. Dazu wird es mit 8 bis 13 Grad deutlich kühler, im Norden regnet es zeitweise. Am Sonntag, wenn in der Nacht die Uhren zurückgestellt werden, folgt das nächste Sturmfeld: An der See sind schwere Sturmböen wahrscheinlich, in Eifel, Rothaargebirge und Schwarzwald kann es länger anhaltend regnen. Auch am Montag bleibt es an der Nordsee stürmisch, erst ab Dienstag beruhigt sich das Wetter.