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Wetternews vom 12.10.2026


Zürichsee so tief wie nie: Kanton drosselt Abfluss zur Limmat

Der Zürichsee ist so tief gesunken wie noch nie seit Beginn der Messreihe. Am Montagmorgen zeigte der Pegel 405,27 Meter über Meer, 70 Zentimeter unter dem üblichen Oktoberstand. Und er ist nicht der einzige: Fast jeder zweite große See der Schweiz meldet Rekordtiefstände. Eine Wende ist vorerst nicht in Sicht, denn uns erwartet eine ruhige Herbstwoche mit kaum Regen.

19 Zentimeter unter dem alten Rekord

Nach Messungen des Schweizer Bundesamts für Umwelt lag der bisherige Tiefstwert des Zürichsees bei 405,46 Metern, gemessen am 17. März 1952. Diese Marke wurde schon im August unterschritten, inzwischen liegt der See rund 19 Zentimeter darunter. Der Kanton Zürich hat deshalb den Abfluss in die Limmat zum 1. Oktober von 30 auf 20 Kubikmeter pro Sekunde gedrosselt, vorerst bis Monatsende und in Absprache mit den Nachbarkantonen und dem Bund. Für die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft gilt seit dem 1. Oktober ein eingeschränkter Winterfahrplan. Der Schweizerische Fischerei-Verband spricht nach dem Sommer von Hunderttausenden verendeten Fischen.

Kaum Zufluss, viel Verdunstung

Eine Auswertung des Wasserforschungsinstituts Eawag zeigt das Ausmaß: Von 26 großen Seen lagen 12 am 28. September so tief wie nie zuvor an diesem Datum seit 1970, darunter Bodensee, Walensee, Zugersee und Ägerisee. Dem Zürichsee floss im Sommer nur 23 Prozent der üblichen Wassermenge zu, dem Bodensee 28 Prozent. Gleichzeitig verdunsteten am Zürichsee von Juli bis September rund 49 Zentimeter, etwa 17 mehr als normal. In 23 von 24 untersuchten Seen war das Oberflächenwasser so warm wie nie seit 1981. Besser stehen Genfer-, Thuner- und Brienzersee da, weil Gletscherschmelze aus den Alpen nachliefert.

Ruhige Herbstwoche bringt keine Wende

Ein Zwischenhoch sorgt zum Wochenstart für ruhiges Wetter mit Nebel und örtlich leichtem Frost bis minus 2 Grad im Süden Deutschlands. Ein schwacher Tiefausläufer bringt ab Dienstag von Westen nur etwas Regen, am Mittwoch fallen südlich der Donau und am Alpenrand ein paar Tropfen. Danach bleibt es mild bei 16 bis 23 Grad mit zähem Nebel. Erst am Samstag könnte es im Süden länger regnen, bei Höchstwerten von 12 bis 17 Grad. Für die ausgetrockneten Einzugsgebiete der Seen ist das viel zu wenig. Spürbare Erholung bringt erst ein nasses Winterhalbjahr.


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