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Wetternews vom 30.10.2026


Tornados in Deutschland 2026: Wenige Fälle, aber ein Rekordtag

Das Tornadojahr 2026 war in Deutschland erstaunlich ruhig. Bislang hat der Deutsche Wetterdienst nur 34 Tornados bestätigt. Mehr als die Hälfte davon fiel aber auf einen einzigen Tag: Am 19. August brachte ein Unwettersystem den größten dokumentierten Tornadoausbruch, den es hierzulande je gab. Der stärkste Wirbel verwüstete Teile von Ohrdruf in Thüringen.

Später Start nach Dürre und Hochdruck

Im Mittel der Jahre 2000 bis 2025 gab es laut DWD knapp 50 Tornados pro Jahr in Deutschland, normal ist eine Spanne von 29 bis 69. Die 34 Fälle dieses Jahres liegen also deutlich darunter. Schuld ist der lange trockene Sommer: Hochdruck und Dürre ließen kaum kräftige Gewitter entstehen. Der erste bestätigte Fall wurde erst am 3. Juni registriert, drei Wasserhosen vor Borkum. Einen so späten Saisonstart gab es seit mindestens 2000 nicht mehr. Bis Mitte August waren gerade einmal 13 Tornados bestätigt.

19. August: 19 Tornados an einem Tag

Dann kam der 19. August. Ein Tief zog vom frühen Abend bis in die Nacht von West nach Ost über die Mitte Deutschlands, seine Gewitter brachten immer wieder Tornados hervor. Laut DWD sind mit diesem System bisher 16 Tornados bestätigt, dazu kamen ein Tornado bei Fürstenwalde und zwei Wasserhosen vor Norderney. Damit liegt der Tag vor Orkan Kyrill vom 18. Januar 2007 mit 14 Tornados. Der stärkste Wirbel traf Ohrdruf mit rund 250 km/h (Stufe IF2.5). Bürgermeister Stefan Schambach sprach von einer „Schneise der Verwüstung“, Bäume knickten um, Dächer und Autos wurden beschädigt.

Bilanz noch offen, jetzt Ruhe

Endgültig sind die Zahlen noch nicht: Anfang 2027 prüft der DWD gemeinsam mit dem Tornadoexperten-Verbund TOREX weitere Verdachtsfälle. Ein Signal für mehr oder stärkere Tornados durch den Klimawandel sehen die Fachleute in den Daten laut DWD bislang nicht. Für die nächsten Tage können wir Entwarnung geben: Hochdruck bestimmt das Wetter, statt Gewittern gibt es Nebel, Hochnebel und in den Nächten leichten Frost bis minus 2 Grad. Auch bis Mitte nächster Woche erwarten wir keine markanten Wettergefahren.


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