?Die Hitzewelle, die Deutschland in der vergangenen Woche traf, hatte historische Ausmaße. Schon bevor die Hitzewelle überhaupt vorbei war, wurde in den Medien bereits viel über eine erneute, extreme Hitzewelle in Mitteleuropa spekuliert, die angeblich Anfang bis Mitte Juli auftreten könnte. Doch wie viel ist davon rund eine Woche später noch übrig?
In vielen Regionen kühler und nasser Wochenstart
Heute gibt es fast landesweit immer wieder Regenschauer, die zusammen mit einem beständigen und recht kräftigen Nordwestwind eher an den April erinnern als an den Hochsommer. Hitze ist somit erst einmal Fehlanzeige. Die Höchstwerte liegen heute Nachmittag zwischen 18 Grad in den nördlichen Mittelgebirgen und 26 Grad im Südwesten. Allenfalls am südlichen Oberrhein könnte es für knapp 30 Grad reichen. Hier nimmt auch die Schauerneigung spürbar ab.
Morgen präsentiert sich das Wetter sehr ähnlich, wobei sich die Regenschauer mehr auf die Nordhälfte beschränken. In der gesamten Nordosthälfte steigt das Thermometer zudem auf maximal 15 bis 22 Grad, während bei Sonnenschein im äußersten Südwesten bis zu 32 Grad möglich sind.
Auch am Dienstag bleibt es nördlich der Elbe sehr durchwachsen und immer wieder fällt teils kräftiger Regen. Dazu weht im Norden ein kräftiger Westwind. In der Mitte und im Süden ist es dagegen verbreitet freundlich und oft scheint über lange Zeiträume die Sonne. Bei den Temperaturen gibt es eine scharfe Zweiteilung: Während im Nordosten kaum die 20-Grad-Marke erreicht wird, kann es entlang des Oberrheins bis zu 34 Grad geben.
Sommersturm an der Ostsee?
Am Mittwoch wird es insbesondere im Nordosten noch einmal spannend, denn hier rechnen einige Wettermodelle mit einer ausgeprägten Sturmlage, was für die aktuelle Jahreszeit eher untypisch ist. Schuld ist ein Tief über der Ostsee, das auf seiner Rückseite im Zusammenspiel mit einem Hoch, das sich aus Westen immer mehr zu uns ausdehnt, für Sturmböen sorgen kann. An der Ostsee könnte daher eine richtige Sturmlage entstehen. Während es im Nordosten immer wieder etwas regnet, bleibt es in der Mitte und im Südwesten verbreitet trocken und meist sonnig. Dazu liegen die Höchstwerte bei 16 Grad im Erzgebirge und 34 Grad am Kaiserstuhl.
Am Donnerstag und Freitag beruhigt sich das Wetter aufgrund eines Hochs knapp nördlich von uns schließlich, sodass es überall meist trocken bleibt. Nur vereinzelt kann es am Abend kurze Sommergewitter geben. An beiden Tagen bleibt die Temperaturzweiteilung bestehen: Während es in der Nordosthälfte kaum über 20 Grad gibt, herrscht in den südwestlichen Landesteilen bei 28 bis 35 Grad Badewetter.
40 Grad am Wochenende? Ganz ausgeschlossen ist das nicht!
Am Samstag gelangt Deutschland zunehmend in den Einfluss trockener Luftmassen aus Osteuropa. Regenschauer und Gewitter sind nur noch in Alpennähe zu erwarten. Neben viel Sonnenschein steigt das Thermometer nun auch im Nordosten wieder auf sommerliche 25 bis 29 Grad, während entlang des Rheins um die 35 Grad realistisch sind. Einige Modelläufe rechnen zudem im äußersten Südwesten mit bis zu 40 Grad.
Am Sonntag ändert sich daran recht wenig, wobei der Wind wieder etwas mehr auf nördliche Richtungen dreht, sodass die Höchstwerte vor allem im Südwesten nicht mehr ganz so hoch ausfallen. Dennoch könnte es hier noch einmal 32 bis 38 Grad geben, während im Nordosten weiterhin Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad erreicht werden. Dazu scheint verbreitet die Sonne und Schauer sind die absolute Ausnahme.
Eine richtige Hitzewelle in ganz Deutschland, wie es Ende Juni der Fall war, ist derzeit also nicht in Sicht. Im Südwesten könnte es jedoch durchaus eine Serie von mehreren Hitzetagen jenseits der 30 Grad geben. Möglicherweise könnte hier sogar die 40-Grad-Marke geknackt werden, was außergewöhnlich heiß wäre. Gleichzeitig hält im Nordosten die kühle Luft stark dagegen, sodass es wohl eine Frage der genauen Lage der Hochs und Tiefs sein wird, ob und wie weit die große Hitze noch einmal bis nach Deutschland vorankommt.