Europa     Afrika     Asien     Australien / Ozeanien     Mittel- / Südamerika     Nordamerika

Home
Deutschland
Wochenwetter
Biowetter
Pollenflug
Europawetter
Städtewetter

Satellitenbilder

Wassertemperaturen

Schneehöhen

Wetterlexikon
Wetternews
Stadt oder PLZ
ajax


Impressum

Kontakt


Wetternews vom 21.08.2026


Vibrionen in der warmen Ostsee: zwei Todesfälle gemeldet

Die Ostsee ist in einem der heißesten Sommer der Messgeschichte ungewöhnlich warm – und das hat Folgen für Badegäste. Das Robert Koch-Institut hat für 2026 bereits 17 Vibrionen-Infektionen und zwei Todesfälle erfasst, die Saison begann auffällig früh. Wir zeigen, wo das Risiko am größten ist und was Wind und Gewitter der nächsten Tage daran ändern.

Warmes Brackwasser als Idealbedingung

An der deutschen Ostseeküste liegen die Wassertemperaturen derzeit bei etwa 19 bis 21 Grad, in flachen Buchten und Bodden örtlich höher. Ab rund 20 Grad vermehren sich Nicht-Cholera-Vibrionen stark. Dazu kommt der geringe Salzgehalt von durchschnittlich etwa 0,8 Prozent: In diesem Brackwasser fühlen sich die Bakterien besonders wohl, vor allem dort, wo das Wasser flach steht und sich schnell aufheizt. Das Modell des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten wies Anfang August für Gemeinden im Kreis Vorpommern-Greifswald eine hohe Eignung der Küstengewässer aus.

RKI meldet einen frühen Saisonstart

Das Robert Koch-Institut hat für 2026 bislang 17 Vibrionen-Infektionen erfasst, zwei davon endeten tödlich, beide Betroffenen waren hochaltrig. Bis zum 12. Juli waren es 14 im Inland erworbene Fälle, in den Vorjahren zum gleichen Zeitpunkt vier (2025), neun (2024) und einer (2023). Das Medianalter liegt bei 70 Jahren. Den frühen Saisonstart führt das RKI auf die frühe Erwärmung der Küstengewässer zurück. In Mecklenburg-Vorpommern starb im Juli erstmals seit 2023 wieder ein Mensch an einer solchen Infektion.

Wind und Gewitter mischen das Wasser

An der Küste bleibt es wechselhaft: Am Sonntag und Montag ziehen im Nordosten kräftige Gewitter durch, an der Ostsee sind stürmische Böen bis 70 Kilometer pro Stunde möglich. Wind und Regen mischen kühleres Wasser nach oben und drücken die Temperaturen um ein bis zwei Grad. In geschützten Buchten bleibt es dagegen warm, das Risiko begleitet die Badesaison dort oft bis in den September. Wer offene Wunden hat oder zu den Risikogruppen zählt, sollte nicht ins Wasser gehen. Satellitenbilder des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie zeigen zudem weiter Blaualgenteppiche zwischen Rostock und Hiddensee.


Alle Rechte vorbehalten! Copyright © by Q.met GmbH.
Weitere Wetterdienste unter: www.wetter.net, www.wetternet.de und www.wetterbote.de