Der Sommer 2026 hat eine Bilanz hinterlassen, die erst jetzt in voller Schärfe sichtbar wird: Rund 16.000 Menschen sind in Deutschland an den Folgen der Hitze gestorben. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Auswertungen 1992 und deutlich mehr als in den bisherigen Spitzenjahren 1994 und 2003. Mit der kühlen Meeresluft dieser Tage ist die Hitzesaison nun endgültig beendet.
Eine einzige Woche mit 9.600 Todesfällen
Das Robert Koch-Institut schätzt in seinem Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität bis zur Kalenderwoche 36 rund 16.000 hitzebedingte Sterbefälle, das statistische Intervall reicht von 14.300 bis 17.600. Allein auf die extreme Hitzewoche Ende Juni entfallen davon etwa 9.600 Fälle – die Sterbefallzahlen lagen damals rund 35 Prozent über dem Mittel der Jahre 2022 bis 2025. Den meteorologischen Rahmen liefert die Sommerbilanz des Deutschen Wetterdienstes: 19,6 Grad im Flächenmittel, 3,3 Grad über dem Zeitraum 1961 bis 1990, rund 22 heiße Tage und am 27. Juni mit 41,8 Grad in Möckern-Drewitz ein neuer deutscher Temperaturrekord.
Nicht der Spitzenwert zählt, sondern die Dauer
Gefährlich wird Hitze selten an einem einzelnen Nachmittag. Entscheidend ist, wie lange sie anhält und ob die Nächte noch Erholung bringen. Genau daran fehlte es in diesem Sommer: sieben heiße Wochen in Serie, dazu Nächte, in denen vor allem die Innenstädte kaum abkühlten. Den größten Anteil tragen laut RKI die Altersgruppen ab 75 Jahren, rund die Hälfte der Betroffenen war älter als 85 Jahre. Zum Vergleich: Für 1994 und 2003 schätzt das Institut jeweils etwa 10.200 hitzebedingte Sterbefälle, für 2018 und 2019 jeweils rund 7.000, in den meisten übrigen Jahren blieb es bei 1.200 bis 3.000.
Meeresluft macht der Hitzesaison ein Ende
Die wöchentliche Mitteltemperatur liegt inzwischen klar unter der Marke von 20 Grad, ab der die Hitzesterblichkeit messbar anzieht. Heute ziehen im Norden Schauer durch, an der Nordsee und auf dem Brocken wird es stürmisch, während im Südwesten noch einmal bis zu 27 Grad möglich sind. Am Sonntag erfasst kühlere Luft das ganze Land, im Norden und Nordosten mit einzelnen Gewittern und verbreitet stürmischen Böen. Zum Wochenstart nur noch 16 bis 20, im Südwesten bis 23 Grad, nachts 13 bis 5 Grad. Die Monate bis zum nächsten Sommer sind die Zeit für Verschattung, Trinkbrunnen und funktionierende Hitzeaktionspläne.