Der Spätsommer verabschiedet sich mit Wucht. Von Dienstagabend an drückt eine Kaltfront feuchte Luft gegen die Alpen, am Mittwoch fällt am Alpennordrand verbreitet Dauerregen. Wir erwarten 30 bis 50 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden, in Staulagen noch mehr. Auf den ausgedörrten Böden Südbayerns ist das ein zweischneidiger Segen.
Kaltfront schaufelt die Feuchte an die Alpen
Über Nordeuropa reicht ein Trog von Spitzbergen bis zur Nordsee, am Boden zieht ein Tief zu den Niederlanden. Dessen Kaltfront erreicht Deutschland am Mittwoch und schiebt die feuchtwarme Luft, die dem Süden am Montag und Dienstag noch kräftige Gewitter mit Starkregen und Sturmböen bringt, gegen den Alpennordrand. Dort wird sie zum Aufsteigen gezwungen und regnet sich aus. Statt bis zu 33 Grad am Oberrhein stehen dann nur noch 18 bis 22 Grad auf dem Programm, oberhalb von etwa 1800 Metern fällt Schnee.
30 bis 50 Liter, doch die Modelle sind uneins
Der Dauerregen setzt am östlichen Alpenrand in der Nacht zum Mittwoch ein und hält bis Donnerstagfrüh an. Wir rechnen mit 30 bis 50 Litern pro Quadratmeter in 24 Stunden, in exponierten Staulagen sind 60 bis 70 Liter möglich. Wie kräftig es wirklich wird, ist offen: Das deutsche Modell ICON gibt markantem Dauerregen 40 bis 70 Prozent Wahrscheinlichkeit, das europäische IFS nur 20 bis 40 Prozent, einzelne Läufe kommen ganz ohne warnwürdige Mengen aus. Unwetterartige Summen über 50 Liter bleiben damit die Ausnahme, ganz vom Tisch sind sie aber nicht.
Harter Boden, schnelle Bäche
Für das Alpenvorland ist der Regen dringend nötig, doch er kommt in ungünstiger Form. Nach dem heißen, trockenen Sommer sind die obersten Zentimeter verkrustet und nehmen Wasser nur langsam auf, ein großer Teil läuft zunächst oberflächlich ab. Kleine Bäche und Wildwasser können deshalb schnell anschwellen, in steilen Lagen sind lokal Hangrutsche möglich. Wer im Gebirge unterwegs ist, sollte Bachquerungen meiden und die Tour vorziehen oder verschieben. Ab Donnerstag beruhigt sich die Lage, bis zum Wochenende erwarten wir keine markanten Wettergefahren mehr.