Der Wetterumschwung bringt endlich Regen, aber auch kräftigen Wind, und der trifft ab Mittwochabend auf Wälder, die der Dürresommer schwer gezeichnet hat. Vor allem alte Buchen können dürre Äste und ganze Kronenteile verlieren, teils ohne jedes Vorzeichen. Forstleute raten deshalb, bei Wind und Gewitter vorerst einen Bogen um den Wald zu machen.
Wind und Regen ab Mittwochabend
Am Mittwochabend ziehen im Westen die ersten Gewitter mit Starkregen auf, in der Nacht kommen sie ostwärts voran. Am Donnerstag zieht ein Regengebiet von West nach Ost über das Land, in den Staulagen von Schwarzwald und Alpen regnet es anhaltend kräftig. Dazu weht ein böiger West- bis Nordwestwind, an den Küsten und auf exponierten Gipfeln gibt es Sturmböen der Stärke 8. Die Temperaturen gehen auf 14 bis 20 Grad zurück, am Freitag sind es nur noch 12 bis 17 Grad. Auch das Wochenende bleibt mit 13 bis 19 Grad unbeständig, an der Nordsee und im Bergland sind weitere stürmische Böen möglich.
Warum die Buche jetzt zum Risiko wird
Die Buche ist die häufigste Baumart in Hessen und wächst dort auf rund einem Drittel der Waldfläche. Mit Trockenheit kommt sie schlecht zurecht, weil sie ihre Spaltöffnungen nur begrenzt schließen kann. Der Juli 2026 war in Hessen der trockenste seit Beginn der Aufzeichnungen 1881. Trocknet der Boden aus, dringt nach Angaben von HessenForst Luft in die wasserleitenden Bahnen ein. Diese sogenannten Embolien können die Krone dauerhaft unterversorgen, auch wenn es wieder regnet. In Nordhessen haben sich Buchen auf flachgründigen Kuppen schon vorzeitig braun gefärbt. „Ein Baum mit braunen Blättern ist nicht automatisch ein toter Baum“, sagt Florian Koch, Leiter des zuständigen Forstamts. Wie groß der Schaden wirklich ist, werde sich aber erst nach der Vegetationsperiode 2027 zeigen.
So bleiben Spaziergänger sicher
Das Tückische: Ein bruchgefährdeter Ast muss von unten nicht krank aussehen. Auch in der Schweiz, wo der Sommer ähnlich trocken war, warnen das Bundesamt für Umwelt und mehrere Kantone deshalb vor Astbruch. Die Empfehlungen der Forstleute sind überall gleich. Bei Wind, Sturm und Gewitter sollte man den Wald meiden und auf den Wegen bleiben. Man sollte sich nicht unter Kronen aufhalten, die trocken oder abgestorben aussehen, und Absperrungen sollte man unbedingt beachten. Vom Waldboden geht in diesen Tagen eine zweite Gefahr aus: Nasses, früh gefallenes Laub macht Wege und Waldparkplätze rutschig. Für Ausflüge sind der Montag und die Tage danach günstiger, dann wird es vor allem in der Mitte und im Süden wieder ruhiger.