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Wetternews vom 27.08.2026


Dürre in Deutschlands Wäldern: Bäume werfen früh Laub ab

Wer dieser Tage durch Buchen- und Birkenbestände läuft, geht über raschelndes braunes Laub – mitten im August. Nach dem extrem trockenen Sommer schalten viele Bäume in den Notbetrieb und werfen ihre Blätter Wochen vor der Zeit ab. Und der Regen der kommenden Tage kommt für die Wälder ausgerechnet in der falschen Form.

Notabwurf statt echter Herbstfärbung

Was wie ein früher Herbst aussieht, ist eine Notreaktion. Trifft große Hitze auf zu wenig Bodenwasser, zieht der Baum Nährstoffe aus den Blättern zurück und wirft sie ab, um die Fläche zu verkleinern, über die er Wasser verdunstet. Besonders auffällig ist das bei Birken, Linden und Rotbuchen. Für Buchen ist der frühe Blattverlust heikel: Sie bilden in derselben Vegetationsperiode keine neuen Blätter, Photosynthese und Zuwachs sind damit für dieses Jahr beendet. Förster Sebastian Kienzle vom Revier Aalen-Welland sagt, der Herbst komme ein bis zwei Monate zu früh.

Ein Dürresommer mit langer Vorgeschichte

Die Zahlen dahinter sind deutlich: Im hydrologischen Jahr von November bis Juli war es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes seit Messbeginn 1882 nur zweimal trockener, im Süden lag die Bodenfeuchte verbreitet unter den Werten der Dürrejahre 2018 und 2022. Bis Anfang August zählte der DWD im Deutschlandmittel rund 22 Tage mit hoher Waldbrandgefahr, üblich sind etwa zehn. Erholt hatte sich der Wald ohnehin nicht: In der Waldzustandserhebung 2025 des Bundeslandwirtschaftsministeriums war nur jeder fünfte Baum ohne sichtbare Kronenschäden.

Regen ja, Linderung kaum

Bis Freitag ziehen noch kräftige Gewitter mit Starkregen über das Land, am Wochenende wird es mit 20 bis 26 Grad spürbar kühler und wechselhaft, an der Nordsee frischt der Wind in Böen stürmisch auf. Für die Wälder ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Auf verkrusteten Böden läuft ein Gewitterguss zu großen Teilen oberflächlich ab, statt in die Tiefe zu sickern. Was fehlt, ist ruhiger Landregen über mehrere Tage – und selbst dann füllen sich tiefere Bodenschichten und Grundwasser erst im Winterhalbjahr wieder.


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